Wieso auch immer es sich Autofahrer (nahezu immer männlich) zum Ziel machen, so bedrohlich wie möglich wirken zu müssen, um ganze sieben Sekunden früher an einer dann doch roten Ampel sein zu können, wird mir für immer schleierhaft sein.
Heute kam es ganz dick. Die Kreuzung zugestellt, die Ampel springt um. Es fuhren noch ganze vier Fahrzeuge, darunter zwei lange Transporter, über die bereits rot stehende Ampel mitten in den ganzen Haufen hinein. Fußgänger*innen? Können nicht mehr queren. Radfahrende? Keine Chance.
Wofür? Für absolut nichts andere Menschen in Gefahr gebracht. Ist das, wie ihr, liebe Autofahrende, in dieser Welt selbst auch behandelt werden wollt? Denn gerade aus der Ecke kommen ja die Beschwerden über respektlose Radfahrende. Warum? Weil eure Missachtung einfach so verdammt sauer macht, deshalb!
Hinter einem Rad verliert ihr vielleicht ein paar Sekunden eurer Zeit. Unter euren Autos verlieren wir aber unsere Gesundheit und immer häufiger unsere Leben.
Wenn ich mal auf die Seite der Autofahrenden wechsle, was leider häufiger passiert, als mir lieb ist, nehme ich besondere Rücksicht auf alle, die nicht in Stahlwaffen sitzen. Ich bremse, halte früher, fahre langsamer, lasse vor. Und immer, ja, immer, wenn ich das tue, stehe ich an der nächsten Ampel mit denen, die ohne Rücksicht durchballern müssen.
Also, wie wär's? Ein Friedensangebot: Wir bedanken uns jedes Mal, wenn ihr uns Rücksicht zeigt, uns leben lasst, uns einseitig den Vorzug gebt, und im Gegenzug macht ihr es für jedes erhaltene Mal Dankeschön gleich noch zwei weitere Male. Ihr werdet sehen, ihr kommt immer noch genau so schnell an, aber mit deutlich besserer Laune!
Fahrradkurier El Niño #02 gehört zu CROW Courier, die Lieferautos durch Lastenräder ersetzen.

